Slide Fotografie. Reise. Outdoor. Landschaftspark Duisburg, 13. + 14. Mai 2023
AlUla, Partnerland der Photo+Adventure 2022

AlUla

Katrins Reiseberichtfortsetzung

:-)

Tag 2 & 3 unter der Wüstensonne mit Kultur, Kulinarik und Kamelreiten und vieles mehr!

AlUla: Eindrücke und Erlebnisse (Teil 2)

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AlUla, Partnerland der Photo+Adventure 2022

Der 2. Morgen startet früh, um 7:30 Uhr werden wir bereits von zwei Fahrern abgeholt – während unserer Zeit in AlUla werden wir mit zwei Autos herumkutschiert, die zwar riesig sind, aber einen so kleinen Kofferraum haben, dass man in einem nicht einmal das Gepäck von 4 Personen unterbringen könnte. 😉 Unser erstes Abenteuer heute ist eine Vulkanwanderung. Dazu fahren wir nur ein paar Minuten zu Husaak Adventureswo wir kurz eine Einweisung erhalten und das Fahrzeug wechseln. Insgesamt ist für unsere Tour eigentlich nur der Vormittag eingeplant, aber erstens dauert auch bei den Saudis alles länger als man denkt und zweitens erfahren wir, dass eigentlich die Fahrt hin und zurück jeweils 2 Stunden dauert – eine Stunde reguläre Straße, 1 Stunde Offroad. Dann sollen wir noch ca. 2 Stunden wandern und dabei ist nicht mal das Fotografieren eingerechnet. Klingt nicht so, als ob das passen würde. Aber wir machen uns erst mal auf, stoppen noch an einer Tankstelle mitten in der Wüste, an der es auch einen Reifenservice mit in weihnachtlich glänzendes Papier verpackten neuen Reifen und neben einem ordentlichen Chaos bestimmt 10 Katzen gibt. Hier wird etwas Druck aus den Reifen abgelassen und kurz danach geht es runter von der Straße und ab in die Wüste. In dem kleinen Jeep, in dem wir nun mit 5 Personen sitzen, werden wir ordentlich durchgeschüttelt, aber die Fahrt durch den Sand und später über Schotterpisten macht auch viel Spaß. Die Szenerie ist abwechslungsreich und an dieser Stelle klaue ich mir gerne den Titel „50 Shades of Ocker“, den jemand bei uns auf Facebook hinterlassen hat und der sich in meinem Kopf festgesetzt hat, weil er so zutreffend ist.

Wir fahren durch tolle Felsformationen, festen und losen Sand, durch trockene Flussbetten, in denen trotzdem noch spärliches Grün wächst, und gelangen schließlich immer weiter in die Vulkanlandschaft, die mich an einigen Stellen an die karge Schönheit Islands erinnert. Der Vulkan hier ist kein aktiver Vertreter, der letzte Ausbruch liegt tausende von Jahren zurück. Geblieben ist aber eine unwirkliche Landschaft und auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob hier nichts wächst. Dem ist aber nicht so, bei genauerem Hinsehen entdeckt man immer wieder kleine Pflanzen. Der Krater, den wir erwandern sollen, ist beeindruckend groß und es ist beeindruckend still hier. Man hört nur den Wind…  Beim Anblick des Kraters ändern wir allerdings mal flugs den Plan, weil es erstens zeitlich mit der Wanderung nicht passt und zweitens der Blick von oben viel beeindruckender ist, als wenn wir beim Abstieg immer die gleiche Perspektive haben. Also fotografieren (und filmen) wir am Rand des Kraters für eine ganze Weile und machen uns dann auf den Rückweg. Unser Fahrer und Guide (ein Sportstudent) ist aber nicht böse drum, er freut sich scheinbar, dass er nun noch mehr Zeit hat, mit uns wild durch den Sand zu brausen. Auf dem Rückweg lassen wir ihn öfter anhalten – immer dann, wenn wir unbedingt etwas fotografieren wollen. Außerdem machen wir einen Picknickstop und so vergeht die Zeit wie im Flug. Zurück sind wir natürlich trotzdem später als geplant, aber das war absehbar.

Unsere nächste Station ist ein Restaurant namens Somewhere mitten in AlUla. Hier gibt es mediterrane Küche mit arabischen Einflüssen. Wir sind geflasht von dem tollen Ambiente und Julia zwingt uns aufgrund unseres engen Zeitplans mal wieder dazu, erst zu bestellen und dann zu fotografieren. 😉 Suleyman, der wieder zu uns gestoßen ist, erzählt uns übrigens, dass es all diese Restaurants noch von 3 Monaten nicht in AlUla gegeben hat. Dafür haben sie jetzt eine große und überaus vielfältige Auswahl! Ich muss wohl nicht sagen, dass das Essen im Somewhere unglaublich lecker war…

Eigentlich war für den frühen Nachmittag noch ein Ausflug nach Dadan geplant, eine Ausgrabungsstätte und Höhlen einer Stadt, die im späten 9. Jahrhundert vor Christus bereits in der Oase an einer Handelsstraße gebaut wurde. Aber das müssen wir leider verschieben, denn heute reicht die Zeit nicht mehr dafür. Statt dessen machen wir uns nach dem Essen auf, um Maraya (was übersetzt Spiegel oder Reflexion bedeutet) zu bestaunen. Als wir mit dem Auto darauf zu fahren, denke ich noch kurz „wer hat denn da so einen Klotz mitten in die Wüste gebaut“, als mir kurz danach klar wird, wo wir sind. Maraya ist das größte verspiegelte Gebäude der Welt und steht wirklich mitten in der Wüste. Es ist unglaublich, die ganze Szenerie drum herum im Gebäude reflektiert zu sehen und man ist total erstaunt von der Größe des Gebäudes. Darin befindet sich eine Konzerthalle, Konferenzräume und auf dem Dach ein Restaurant. Wir sind sofort im Fotomodus und völlig fasziniert von der Architektur. Pavel ist auf und davon und filmt und fotografiert, Miho und ich treffen ab und zu aufeinander, konzentrieren uns aber meist auch auf unterschiedliche Motive. Das Gebäude ist der Hammer und „frau“ fragt sich natürlich auch gleich, wer denn die Spiegel wie oft und vor allem wie putzen muss?! Darauf bekomme ich übrigens keine Antwort, als ich später die Frage Suleymans Chefin Zoe stelle – sie weiß es nicht. Wir fotografieren munter das Gebäude, die Spiegelungen, die Familien, die sich hier ebenfalls umsehen und Bilder für das Familienalbum machen, spielen wieder mit Sonnensternen und Perspektiven. Es ist ein fotografischer Architekturtraum!

Quasi direkt um die Ecke befindet sich unser nächster Stop, das Sanam Beduinencamp, wo wir die Jagd-Falken bestaunen, halten dürfen und eine kleine Jagdvorführung bekommen. Ein guter Moment, um das 100-400mm von Tamron einzusetzen. 😉

Wir werden gebeten werden, Fotos von den gleichzeitig anwesenden saudischen Frauen und Kindern zu machen (nicht zum ersten Mal) und Julia und ich brechen zu einem kurzen Kamelritt auf. Das ist ganz schön hoch und schwankt ein bisschen, aber da wir beide reiten können, ist es kein Problem für uns. Also kann ich jetzt auch „Kamelreiten“ von meiner Bucketlist streichen. 😉

Wir beobachten einen Sonnenuntergang, der eine wahre Farbexplosion in den Wolken bietet und fahren kurz darauf zurück nach AlUla. Mittlerweile ist es dunkel, aber hier ist im Rahmen des Kunstfestivals in der Altstadt richtig was los. Es gibt Ausstellungen, Street-Art- Performances mit einem Künstler, der auf Eimern trommelt, einer Tanztruppe, die zu Musik aus Kopfhörern tanzt, eine Sandmalerin, Streetfood und wunderbar beleuchtete Gassen. Wir staunen über die internationalen Künstler und das bunte Treiben in der kleinen Stadt. Das Festival ist übrigens nur eines von 4 jährlichen Festivals und dauert noch bis Ende März. Also eigentlich ist in AlUla immer was los!

Abendessen gibt es in einem italienischen Restaurant. Ich glaube, AlUla möchte uns zeigen, wie international die Küche hier ist. Dabei wollen wir doch eigentlich ursprüngliche arabische Küche kennen lernen?! Naja, die kommt später auch noch dran. Nach dem Essen besuchen wir noch die Installation mit den Teppichen, die auf den Sand projeziert werden, Miho hält dort ein kurzes Nickerchen (nein, nicht wirklich) und dann geht es zurück ins Hotel, denn uns steckt der Schlafmangel in den Knochen. Wir sind sowieso nicht vor Mitternacht im Bett, schließlich müssen noch Daten gesichert werden.

Am nächsten Morgen dann steht wieder fliegen auf dem Programm. Bereits um 8 Uhr sind wir zurück in Hegra, wo Suleyman für Pavel und Miho eine Drohne organisiert hat. Sie durften ihre eigene nicht mitbringen und einsetzen, dafür bekommen Sie von AlUla eine für die Aufnahmen gestellt. Ihnen bleibt eine knappe Stunde, bevor Hegra für die Touristen öffnet – so lange können wir die Einsamkeit und Stille genießen. Während die Männer mit dem Spielzeug spielen, hat sich Julia eines der Fahrräder geschnappt, mit denen man Hegra erkunden kann, und ist losgeradelt. Ich dagegen mache ein paar Porträts unserer Fahrer, schmuse mit den Araber-Pferden, auf denen man durch die Kulturerbestätte reiten kann, und fotografiere die Jungs beim Drohnefliegen.

Zwei oder drei Akkuladungen des Kopters später geht es dann in die Oase, wo weitere Filmaufnahmen anstehen. Zwischen den Palmen zwitschern fröhlich die Vögel und es ist wunderbar grün im Vergleich zur Wüste in Hegra. Suleyman stellt mal kurz für uns die Pumpe an und wir erleben, wie warmes Grundwasser aus der Tiefe durch die Bewässerungskanäle der Oase fließt. In AlUla wachsen übrigens 2,3 Millionen Dattelpalmen und es werden verschiedenste Dattelsorten (über 200) angebaut. Aktuell werden die Dattelpalmen ausgelichtet, sodass im August die Ernte leichter erfolgen kann. Jede einzelne Palme muss von Hand abgeerntet werden, wofür jemand bis in die Palmenkrone klettert. Ich werde meine nächsten Datteln und die dafür notwendige Arbeit beim Essen viel mehr wertschätzen!

Durch die Oase läuft ein kleiner Wanderweg, der auch durch die Überreste alter Siedlungen führt, die nun zum Teil wieder restauriert werden. Dabei sollen wir später noch eine Rolle spielen. 😉

Unser nächster Stopp ist die Altstadt von AlUla. Im 12. Jahrhundert wurde die Siedlung hier an der Route zwischen Damaskus und Mekka zu einem wichtigen Ort. Heute stehen noch immer viele der uralten Wände und insbesondere vom 2009 wieder aufgebauten Fort aus hat man eine tolle Aussicht auf die Überreste und verschlungenen Wege durch die alte Stadt. Wir lernen übrigens, dass die verworrenen Gassen auch dem Schutz der Menschen dienten, denn immer wenn jemand durch die Gassen irrte, war er leicht als Fremder zu erkennen und gut im Auge zu behalten. Auch hier wird einiges restauriert, es gibt nur einen einzigen Weg durch die Stadt, der Rest ist nicht zu betreten, damit er erhalten und geschützt werden kann. Am anderen Ende des Gangs stehen wir nun auf einem schönen Platz mit Restaurants und Geschäften, die zum Stöbern einladen würden, wenn wir denn die Zeit hätten. Es ist für die Touristen herausgeputzt, aber Suleyman versichert uns, dass auch die lokale Bevölkerung hier her kommt und die Restaurants besucht (und vor allem den angeblich leckeren Kaffee von Dunkin Donut kauft). Nach weiteren Fotos (wir können es nicht lassen), essen wir bei Suhail zu Mittag und nun gibt es richtige arabische Küche. Wir bestellen mal wieder eine Auswahl an Speisen, probieren alle von (fast) allem und sind ganz angetan von den leckeren Gerichten. Ihr habt ja sicher unsere Posts auf den Social Media-Kanälen gesehen, die immer wieder unser Essen zeigen. Nach dem Hauptgang gibt es vergoldeten Dattelkuchen zum Dessert, begleitet von arabischem Kaffee. Der schmeckt übrigens gar nicht nach Kaffee, sondern stark nach Gewürzen, vor allem Kardamom.

Da wir natürlich auch heute wieder im Zeitplan hängen und dementsprechend Julia und Suleyman kurzerhand umplanen, haben wir am späten Nachmittag etwas Zeit im Hotel, um uns direkt um unsere Bilder zu kümmern und die eine oder andere E-Mail zu bearbeiten. Am frühen Abend geht es dann wieder zu Husaak Adventures, denn heute steht das Dinner mit Stargazing Event in der Wüste an. Als wir erfahren, dass wir anderthalb Stunden zur Location fahren, dann vor Ort den Sternenhimmel und die Navigation anhand der Sterne erklärt bekommen, anschließend dort im Beduinenzelt essen und wieder zurück fahren, beschließen wir uns zu trennen. Pavel und Miho bleiben im Hotel um dort zu essen und zu fotografieren (es ist nachts so wunderbar beleuchtet und wir haben bisher keine Zeit gehabt, das zu fotografieren) und Julia und ich fahren zum Sternegucken.

Es ist ein tolles Erlebnis, in der Wüste in den Nachthimmel zu schauen. Wir sitzen bequem auf Teppichen und Kissen, mit Rückenstützen und Polstern und warmen Decken im Dunkeln (nachdem die Beleuchtung der Felsen ausgeschaltet wurde, die das Fotografieren des Nachthimmels leider beeinträchtigt) und lauschen etwa eine Stunde lang den Erklärungen auf arabisch und englisch, welche Sterne sich wo befinden, an welchen man sich orientieren kann und wie man sie findet und wie die Araber früher anhand der Sterne navigiert haben und erfahren so einiges über das Universum. Leider kann ich während der Erklärung nicht fotografieren, weil das leuchtende Display der Kamera bei der Einstellung die Sicht der anderen beeinträchtigen würde, sodass ich mich auf das Gucken und Genießen beschränke. Nach etwa einer Stunde ist der Vortrag und die Fragerunde vorbei und leider geht keine 5 Minuten später das Licht wieder an. Da ich mich hier nicht im Hellen orientieren konnte, gebe ich schnell meine Suche nach einem geeigneten Fotospot auf und gehe ins Beduinenzelt, wo es Salat, Moussaka und andere Leckereien gibt. Nach dem Essen verhafte ich dann Julia, die per Handy-App die Z6II auslösen darf, die ich auf ein Stativ montiert habe. Ich versuche mich derweil an einem kleinen Lightpainting und schreibe mit einem Rollei Lumis Compact RBG „Alula“. Naja, für den ersten und zweiten Versuch ganz gut gelungen. 😉 Zu mehr komme ich leider nicht, denn so langsam bewegen sich alle (wir sind eine Gruppe von 20 Personen) wieder zum Auto. Da kommt noch einer der Araber auf mich zu und sagt mir, er wolle mich eben mal schnell auf den nächsten Hügel bringen, dort könne man toll fotografieren. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen, wir stapfen los und die Gruppe muss noch etwa 10 Minuten auf mich warten, bis ich wenigstens ein Foto von Wüste, Felsen und Nachthimmel gemacht habe. Und ja, ich entschuldige mich für die Verzögerung, bedanke mich für das Warten und habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen.

Und so gehen zwei weitere unglaublich erlebnisreiche Tage zu Ende und mehr als die Hälfte unserer Zeit in AlUla ist schon vorbei!

 

 

 

 

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Die Autorin

Katrin Schmidt

Katrin Schmidt

Geschäftsführung, Messeleitung

Kauffrau, Hobby-Fotografin & Sportbegeisterte

Enthusiastische Hobby-Fotografin mit besten Kenntnissen in den Bereichen Vertrieb & Marketing. Am liebsten fotografiert sie auf Reisen rund um die Welt und in der Natur vor der Haustür, sodass sie schon mal bei Sonnenaufgang durch den Dreck krabbelt. Katrin ist kreativ, lustig und ihr Teekonsum kurbelt die Weltwirtschaft an.

Zuständig für: Organisation, Marketing, Rahmenprogramm & Kooperationen

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