Video zur Wahl der Blitzleistung
© Jochen Kohl

Im heutigen Blogbeitrag erklärt euch Profifotograf Jochen Kohl, welche Leistung eure erste Studioblitzanlage tatsächlich benötigt.

Studioblitzanlage – wie viel Wattsekunden Leistung werden benötigt?

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Video zur Wahl der Blitzleistung

In unserem heutigen Blogbeitrag erklärt euch Profifotograf und bewährter Photo+Adventure Workshopreferent Jochen Kohl, welche Leistung eure erste Studioblitzanlage tatsächlich benötigt, denn dies ist eine Frage, die ihm in fast jedem Workshop gestellt wird.

Ihr seid ein (Studio-) Blitz-Newbie und die Anschaffung des ersten Blitzgerätes steht kurz bevor, gedanklich ist das erste „Homestudio“ schon fast aufgebaut und eingerichtet.

Eine der ersten Fragen, mit denen sich dann der Fotograf konfrontiert sieht, ist fast immer die gleiche: Wieviel Wattsekunden Leistung brauche ich denn wirklich? Damit verbunden ist natürlich auch die Frage, wie viel des kostbaren Budgets ihr für ein entsprechendes Gerät investieren müsst… Reicht ein Gerät mit 250 Wattsekunden, oder kauft ihr besser direkt eines mit 500 bis 1000 Ws?

Wenn dann der Matheunterricht in der Schule noch nicht so lange her ist, dann verankert sich schnell, dass 1000Ws viermal mehr an Leistung bringen verglichen mit 250Ws. Das hört sich natürlich nach unheimlich viel an.
In der Fotopraxis bedeutet das aber nur einen Unterschied von zwei Blenden – nicht mehr.

Eine Korrektur um eine Blende bedeutet also die Halbierung bzw. Verdoppelung der Wattsekunden, abhängig davon, ob man jetzt auf- oder abblendet.

Das Bild, welches also mit Blende 1:4 und 250Ws korrekt belichtet ist, wäre dementsprechend auch mit Blende 1:8 und 1000Ws richtig belichtet.

Begeht also bitte nicht den Fehler und multipliziert auch die Blende mit vier!

Abhängig vom Abstand zwischen Motiv und Kamera ist der Unterschied zwischen f1:4 und f1:8 gestalterisch oft zu vernachlässigen, besonders wenn es sich um einen gleichmässigen Studiohintergrund handelt.

Eine Blende wie f1:1,8 bringt allerdings meist das Problem mit sich, dass die Tiefe der Schärfeebene gegenbenenfalls schon zu gering wird. Einige Bildbeispiele seht ihr im kurzen Video, das euch noch mal die Unterschiede – bzw. eben nicht vorhandenen Unterschiede – verdeutlicht:

Hinzu kommt zudem, dass sich Licht sehr berechenbar verhält: Es nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab.

Wenn ihr also eure Lichtquelle zum Beispiel einen Meter von eurem Motiv entfernt positioniert habt und dann doch lieber den Blitz einen Meter weiter weg stellt, also aus 1m Abstand nun 2m Abstand werden, dann reduziert
sich an der neuen Position euer Licht entsprechend. Was an der einen Postion dann der 250Ws-Blitz leistet, verlangt an der neuen Position nach einem Blitz mit einer Leistung von 1000Ws.

Beim Abstand, wir reden diesbezüglich immer von dem Abstand zwischen Lichtquelle und Motiv, kommt es dann darauf an, welche Fläche ihr ausleuchten müsst und welche Lichtformer euch dabei zur Verfügung stehen. Bei den Beispielsbildern der Blendenreihe im Video liegt ein Abstand von rund 2,5m vor.

Der Abstand zwischen Kamera und Motiv beeinflusst die Belichtung nicht. Wenn ihr also Perspektive und Ausschnitt ändern möchtet, bewegt euch und lasst das Model den Abstand zur Lichtquelle beibehalten, sonst müsst ihr dort nachregeln. Je größer der Abstand eures Models zur Lichtquelle ist, umso weniger werden sich kleinere
Veränderungen im Abstand im Bild sichtbar auswirken.

Habt also auch euer Model im Blick und achtet auf ihre Bewegungen, sonst gibt es schon mal böse Überraschungen mit über- oder unterbelichteten Bildern.

Ich hoffe, ich konnte damit eure ersten Fragen zur Studioblitzanlage klären und habe ein Stück weit zur „Erhellung“ beigetragen. 😉

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Jochen Kohl

Jochen Kohl

Profi-Fotograf

Mit nun über 20 Jahren Erfahrung in der professionellen Fotografie hat Jochen Kohl viele Facetten der Fotografie erlebt. Schon bei seinem Einstieg Anfang der Neunziger hatte er das Glück, im damaligen Studio für namenhafte Kunden wie BMW Motorrad, Manufactum oder Philipp Holzmann arbeiten zu dürfen. Auch heute finden sich in seinem breitgefächerten Portfolio namhafte Kunden und durch seine zwanzigjährige Erfahrung weiß er, was er seinem Equipment abverlangen kann und was möglich ist, um die eigenen kreativen Ideen umsetzen zu können.

 

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