Slide Fotografie. Reise. Outdoor. Landschaftspark Duisburg, 11. + 12. Juni 2022

Fotografen im Nebel – oder Nebel fotografieren ;-)

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Nebel © Владимир Харитонов auf Pixabay

Nebel © David Mark auf PixabayNeulich war doch noch Sommer? Und schon befinden wir uns mitten im Herbst und die Blätter werden von den Bäumen gepustet. Einige sehnen sich vermutlich noch nach dem warmen Sommergefühl, andere sind jetzt schon wieder mit Leidenschaft dabei, den Herbst auf ihre eigene Art und Weise fotografisch festzuhalten. Und diese Jahreszeit bietet ziemlich viele Möglichkeiten, damit ihr euch so richtig austoben könnt. Wir konzentrieren uns heute mal auf das Thema Nebel, einen Artikel zum Fotografieren von Farben und Lichtstimmungen im Herbst findet ihr hier.

Nebel zu fotografieren (bzw. ihn überhaupt zu erwischen) kann eine große Herausforderung sein, faszinierende und spannende Nebel-Fotos entschädigen aber hinterher ungemein.

Wie entsteht Nebel?

Nebel © Websi auf PixabayWer Nebel fotografieren möchte, sollte erst einmal wissen, wie und wo er sich überhaupt bildet. Nebel entsteht meist dort, wo es feucht ist und zwar oft im Winterhalbjahr in der Nähe von Gewässern. Tagsüber verdunstet Wasser durch Sonneneinstrahlung, das verdunstete Wasser hängt als Wasserdampf in der Luft. Im Herbst und Winter sind die Nächte besonders lang, sodass die Luft lange abkühlen kann. Da kalte Luft weniger Wasserdampf als warme aufnehmen kann, steigt die relative Luftfeuchte. Ab einer bestimmten Temperatur kondensiert der Wasserdampf, sprich das enthaltene Wasser wird wieder flüssig und wird zu kleinen Wassertropfen in der Luft. Die Wassertröpfchen entstehen also durch Kondensation des Wassers der feuchten und übersättigten Luft (siehe Wikipedia).

Nebel © Kiril Dobrev auf PixabayNebel findet sich also oft früh morgens im Herbst und Winter (oder auch im Sommer nach plötzlichen Temperaturstürzen) in der Nähe von Gewässern oder auch da, wo es keine direkte Sonneneinstrahlung gibt: also an Seen, Flüssen, Auen, Wäldern und in Tälern. Wenn ihr nichts dem Zufall überlassen wollt, dann empfiehlt sich die Nutzung professioneller Wettermodelle, z.B. von kachelmannwetter.de. Unter dem Reiter „Vorhersage“ findet sich das „Mitteleuropa Super HD“ Modell, dass 3 Tage im Voraus bestimmte Parameter anzeigt. Wählt unter „Meist genutzte Parameter“ „Signifikantes Wetter“ aus. Nebel wird hier gelb dargestellt. Unter „Termin“ könnt ihr euch ansehen, wie sich die Parameter verändern und wo ihr wann Nebel antreffen könnt. Das hilft, gezielt nach dem Nebel an der gewünschten Location zu suchen. Natürlich gibt es auch andere Apps und Websites, die Hilfestellung leisten – schaut einfach, womit ihr am besten klar kommt. Suchen solltet ihr jedenfalls immer nach einer hohen relativen Luftfeuchte bei möglichst klarem Himmel.

Nebel fotografieren

Habt ihr den Nebel „gefunden“, dann nutzt auf jeden Fall ein Stativ, denn damit verwackeln eure Bilder auch bei längeren Belichtungszeiten nicht. Es hilft auch, sich wirklich gezielt den richtigen Bildausschnitt zu suchen und nicht wild drauf los zu fotografieren.

Schneeaffe im Nebel, © Katrin SchmidtGrundsätzlich bieten sich verschiedenste Szenen an: Natur oder Städte, nah gelegene Fotoziele oder Elemente die in der Ferne verschwinden. Der Nebel verändert Landschaften und Szenerien, die ihr vielleicht schon so oft gesehen habt – nun wirken sie nicht mehr vertraut. Der Nebel verbirgt viele Details und schafft eine eigene Atmosphäre, die eure Kreativität herausfordert.

Nebel © Epic Images auf PixabayNebel wirkt wie ein Weichzeichner, er scheint Konturen regelrecht zu verschlucken. Fehlende Details und Farben könnt ihr kompensieren, indem ihr vielleicht auf Formen oder bestimmte Szenen und Motive achtet. Versucht doch mal, immer ein scharfes Bildelement zu integrieren und schafft damit Kontraste. Oder spielt damit, wie z.B. einzelne klar erkennbare Baumreihen in der fernen Nebelwand förmlich unsichtbar werden und sich die Bäume im Vordergrund zum Hauptmotiv kristallisieren. Ein Sonnenstrahl, der wie ein Schimmer ins Bild fällt, kann besonders dramatisch wirken. Wenn ihr einen geeigneten Anblick habt, dann nutzt euer Teleobjektiv um bestimmte Details zu betonen.

Interessant werden die Bilder besonders dann, wenn ihr nicht nur die Landschaft, sondern einen Blickpunkt festhaltet: eine Person, die im Nebel über eine Straße geht, besagter Lichtschimmer der durch Bäume bricht, eine Straßenlaterne die im Nebel unscharf leuchtet.

Faszinierend sind übrigens besonders schwarz-weiß Nebelbilder. Wenn ihr zunächst die Aufnahmen in Farbe erstellt (im RAW-Format, denn so nutzt ihr später einfach alle Rohdaten), könnt ihr euch später jederzeit entscheiden, wie ihr die Farbkanäle im Schwarzweißbild bearbeiten möchtet und ob ihr damit bestimmte Kontraste setzen wollt.

Nebel © analogicus from PixabayÜberlegt euch, von welchem Standpunkt aus ihr fotografieren möchtet: auf der Ebene des Nebels oder vielleicht von oben? Steht ihr auf einem Hügel und fotografiert quasi auf das Nebeldach, dass sich am Talboden befindet? Das kann faszinierend wirken, je nach dem auch wie die Position der Sonne dabei ist – die Goldene oder Blaue Stunde ergeben hierbei oft die schönsten Farbenspiele oberhalb des Nebels.

Wichtig ist es, die richtige Belichtungseinstellung an eurer Kamera zu wählen. Ein ISO-Wert von 200 bis 400 sollte passen. Von Vorteil ist, dass aufgrund der Lichtverhältnisse und der Nebelstruktur ein Bildrauschen nicht so schnell sichtbar wird. Wählt eine für das Motiv passende Blendenzahl. Experimentieren ist erwünscht: Jeder Nebel ist anders und wirkt anders, probiert also verschiedene Belichtungszeiten aus. Testet auch gerne verschiedene Aufnahmepositionen: geht mal nach links oder recht in die Hocke oder stellt euch auf eine kleine Erhöhung.

Nebel © Ioannis Ioannidis auf PixabayVersucht, keinen Blitz zu verwenden, denn dieser reflektiert mitunter und es kommt zu unschönen „Schleiern“.

Und wie bei allen Aufnahmen zur kühleren Jahreszeit: zieht euch warm und bequem an. Habt einen Ersatzakku und eine Ersatzspeicherkarte dabei und ein trockenes Tuch, um euer Objektiv trocken zu halten und ggf. feine Nebeltröpfchen davon abzuwischen.

Nebelbilder bieten euch also unzählige Möglichkeiten. Es gibt kein standardisiertes Vorgehen, sondern testet und probiert, so wie es euch gefällt und lasst eurer Kreativität freien Lauf.

Nebel © Владимир Харитонов auf PixabayViel Spaß und genießt die schönen Seiten des Herbstes!

 

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Die Autorin

Verena Heroven

Verena Heroven

Partnermanagement & Marketing

Dipl. Medienwirtin, Schwerpunkt Marketing

Ihre Familie, vor allem ihre beiden kleinen Töchter, sind ihr Lebensmittelpunkt. Verena ist außerdem sportbegeistert und immer auf der Suche nach neuen Baustellen, sei es zu Hause, privat oder im Job. Verena schlägt ein Glas Sekt nicht aus, hat eine gesunde Portion Biss und ist extrem begeisterungsfähig. Stillstand gibt es bei ihr nicht und Schlaf wird zudem ja auch eher überbewertet ...

Zuständig für: Kooperationen, Partnermanagement & Marketing

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