Einstieg in die Eventfotografie – Teil 2 von 2

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Cars & Girls Workshop mit Robin Preston bei der Photo+Adventure 2016, © Photo+Adventure / Tina Umlauf

Vor zwei Wochen haben wir bereits den ersten Teil unseres Beitrags zur Eventfotografie veröffentlicht. Ein Event fotografieren ist also nicht ganz so einfach und setzt also Planung voraus. Ihr wisst jetzt, was in die Kameratasche gehört, wie ihr mit unterschiedlichen Lichtsituationen umgeht und eure Fotos durch die Wahl der Blende gestaltet. In Teil 2 des Blogbeitrags wollen wir uns nun noch etwas mehr der Bildauswahl und Bildgestaltung widmen und am Ende auch auf das richtige Verhalten eingehen. Wer Teil 1 des Blogbeitrags noch einmal nachlesen möchte, findet diesen hier.

Die Perspektive wechseln

Cars & Girls Workshop mit Robin Preston bei der Photo+Adventure 2016, © Photo+Adventure / Tina Umlauf
Klar, der Blick aus Augenhöhe ist gewohnt, bequem und das Foto schnell gemacht. Das Hauptmotiv könnt ihr ja mal rechts, mal links, mal mittig oder sonst wo im Bild positionieren. Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden, Gewohnheiten sollte man ablegen und Perspektiven öfter wechseln als Unterhosen. 😉

Also runter in die Knie, ab mit dem Bauch auf den Boden, rauf auf den Stuhl oder Tisch und vor allem die Perspektive suchen, die andere nicht haben. Fotografiert ihr alles genauso wie die Leute neben euch, wird euer Bild mit hoher Wahrscheinlichkeit so aussehen wie alle anderen auch. Hebt euch ab und macht etwas Eigenes. (Achtung, das gilt nicht auf Teufel-komm-raus: Hat der Bräutigam eine glänzende Pläte, müsst ihr ihn nicht gerade von oben fotografieren. Denkt daran, lasst die Leute gut aussehen!)

Überblick – Porträts – Details

Pavel Kaplun auf der Bühne bei der Photo+Adventure 2016, © Photo+Adventure / Tina UmlaufJa genau, das sollte alles mit dabei sein wenn ihr ein Event dokumentieren wollt. Ihr braucht Fotos, die das Event als solches zeigen, damit jeder gleich weiß worum es geht. Ihr braucht Menschen und Leben in den Bildern, sowohl als Gruppe in der Interaktion als auch Porträts von Menschen, die aus der Masse herausstechen.

Besonders gelungen erscheinen oft ungestellte, spontane Porträtfotos, die mit längerer Brennweite entstanden sind. So fühlt sich niemand auf die Pelle gerückt und verkrampft oder verstellt sich, denn meist erwartet man nicht dass man prominent im Bild vertreten ist, wenn die Distanz größer ist. Nicht jeder weiß um den Bildausschnitt eines Teleobjektivs, was ihr ruhig zu eurem Vorteil nutzen könnt.

Versucht, die Stimmung einzufangen. Überlegt dabei ruhig einmal, was euch bei der Veranstaltung so fasziniert und dann versucht genau das im Foto darzustellen. So gelingt es meist ganz von alleine, die Atmosphäre vor Ort festzuhalten und dem Betrachter zu vermitteln.

Denkt auch an die Details, sie runden den Gesamteindruck ab und bilden zum Beispiel bei der Gestaltung von Fotobüchern hervorragende Hintergrundmotive. Fotografiert sie so, dass sie direkt Emotionen transportieren. Die einladende Tischdekoration, die gutgefüllten Partygläser, die neuen Hochzeitsschuhe oder die durchtanzten Schuhe am Ende der Party, die Instrumente der Band mit bunten Lichtreflexen oder wie hier der frisch in den Becher fließende Kaffee.

Weniger ist mehr oder ist mehr doch besser?

Wie heißt es so schön: „Weniger ist mehr“. Was mit Sicherheit für die Auswahl an Bildern gilt, die ihr mit Kunden, Freunden oder Verwandten teilen solltet (um sie nicht zu überfordern oder zu langweilen und um wirklich nur eure besten Fotos zu zeigen), gilt bei Events mit Sicherheit nicht für die Aufnahme. Verlasst euch nicht darauf, dass das eine Bild 100% gesessen hat, geht auf Nummer sicher.

In kritischen Momenten wie bei einem Zieleinlauf beim Marathon empfiehlt sich die Serienbildfunktion der Kamera. So erfasst ihr die gesamte Situation und könnt das beste Bild aus der Serie auswählen.

Cars & Girls Workshop mit Robin Preston bei der Photo+Adventure 2016, © Photo+Adventure / Tina UmlaufEin klassisches Beispiel für die Notwendigkeit von mehreren Fotos sind insbesondere Gruppenaufnahmen, denn immer hat mindestens einer der Abgebildeten die Augen geschlossen! Um zugekniffene Augen zu vermeiden, am besten für eine positive Grundstimmung sorgen, die Gruppe die Augen schließen lassen, zum Augen öffnen anzählen, mehrfach abdrücken. Und noch einmal! So habt ihr auch die Auswahl, falls doch mal die Augen von einer Person gephotoshopped werden müssen. 😉

Akku leer, Speicherkarte voll? Das habt ihr hoffentlich vorher im Blick gehabt und kommt gar nicht erst in die Situation.

Das eigene Verhalten

Wie immer, wenn man mit Menschen zu tun hat, gilt es freundlich und offen zu sein und die Wünsche seines Gegenübers zu respektieren. Möchte jemand nicht fotografiert werden, respektiert es. Möchte jemand im Anschluss an das Foto, das ihr gerne machen wolltet, ein Foto mit dem Freund, Partygast oder sonst jemandem, tut ihr oder ihm den Gefallen. Für solche Situationen habt immer ein paar Visitenkarten in der Tasche – es ist einfacher der Fotografierte meldet sich bei euch und fragt nach „seinem“ Foto als dass ihr die Daten der einzelnen Personen sammelt. Werdet ihr kontaktiert, dann seid zuverlässig und verbindlich und meldet euch nicht erst nach längerer Zeit zurück – wer weiß ob nicht ein neuer Auftrag daraus entsteht.

Als Fotograf solltet ihr bemüht sein, nicht aufzufallen – erst recht nicht negativ. Verhaltet euch rücksichtsvoll und unauffällig. Gelingen euch besonders schöne Fotos von Menschen die sehr unsicher scheinen, zeigt ihnen ruhig die Fotos auf dem Display der Kamera. Fokussiert euch auf das, was ihre Schönheit ausmacht und löscht unvorteilhafte Aufnahmen ohne sie anderen zu zeigen. Eine Ausnahme sind hier natürlich zum Beispiel Sport-Events, bei denen ihr etwa gezielt verbissen-kämpferische Gesichtsausdrücke festhaltet.

Je nach Event und Situation kann es eine gute Idee sein, sich vorzustellen. Sagt wer ihr seid, lasst euch ggf. duzen, das macht die Ansprache für viele leichter. Trotzdem solltet ihr je nach Anlass Höflichkeit walten lassen und euer Gegenüber siezen, insbesondere wenn sie oder er älter ist als ihr. Bei Hochzeiten ist zum Beispiel das obligatorische Gruppenfoto die Chance, sich gleichzeitig bei allen Gästen vorzustellen.

Bedenkt auch, dass es durchaus Situationen gibt, in denen es angebracht ist, die Leute um Erlaubnis zu fragen, die ihr fotografieren möchtet. Das gilt insbesondere wenn es sich nicht um Privatpartys handelt, bei denen ihr so gut wie jeden kennt. Nicht jeder mag es, zum fotografischen Ziel zu werden und gerade wenn ihr Fotos von fremden Personen veröffentlichen möchtet, solltet ihr euch mit den persönlichen Rechten und Pflichten bzw. dem Recht am eigenen Bild beschäftigt haben und euch sogar eine schriftliche Erlaubnis für die Veröffentlichung einholen.

 
Soweit unsere kleine Einführung in die Eventfotografie, die wir passender Weise mit Fotos von unserem Event, erstellt von Tina Umlauf untermauern konnten, die auch wir mit einer langen Fotoliste bei der Photo+Adventure ins Rennen geschickt haben… 😉

Die Autorin

Katrin Schmidt

Katrin Schmidt

Geschäftsführung, Messeleitung

Kauffrau, Hobby-Fotografin & Sportbegeisterte

Enthusiastische Hobby-Fotografin mit besten Kenntnissen in den Bereichen Vertrieb & Marketing. Am liebsten fotografiert sie auf Reisen rund um die Welt und in der Natur vor der Haustür, sodass sie schon mal bei Sonnenaufgang durch den Dreck krabbelt. Katrin ist kreativ, lustig und ihr Teekonsum kurbelt die Weltwirtschaft an.

Zuständig für: Organisation, Marketing, Rahmenprogramm & Kooperationen

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